LRS / Legasthenie / Dyskalkulie

 

Man sollte vorab erst einmal die Begriffe voneinander unterscheiden, um zu differenzieren, was ggf. bei ihrem Kind vorliegt. Ihr Kind ist intelligent und hat sich völlig normal entwickelt, hat aber trotzdem große Schwierigkeiten in der Schule beim Lesen, Schreiben und Rechnen? Sie üben mit ihrem Kind zu Hause sehr viel und es stellt sich keine Verbesserung ein? Falls dies der Fall ist, dann sollten sie weiterlesen.


Definitionen:

erworbene LRS (Lese-Rechtschreibschwäche):
  • sie wird durch bestimmte Ereignisse / Lebensumstände / Belastungen im Leben eines Kindes ausgelöst, es ist ein „erklärbares“ Problem, welches beim Lesen, Schreiben und / oder Rechnen hervorgerufen wird (z.B. Schulwechsel, Krankheit, Scheidung der Eltern,…etc.)
  • andere Ursachen einer LRS könnten ein vermindertes Seh- und / oder Hörvermögen sein, welches zu spät erkannt wurde; pränatale / postnatale Ereignisse (Ereignisse im Mutterleib oder bei der Geburt); Hyperaktivität
  • sobald sich die Lebensumstände / Belastungen regulieren, sollte sich bei einem konsequenten Training das Lernproblem nach einiger Zeit verringern – eine LRS kann somit „austrainiert“ werden
 
Legasthenie:
  • oder auch Primärlegasthenie genannt – ist eine Problematik, die bei normal intelligenten Kindern beim Lesen, Schreiben und / oder Rechnen auftritt OHNE erkennbare äußere Ursache
  • sie ist eine Folge differenter Sinneswahrnehmungen biogenetischer Ursache, d.h. sie wird durch bestimmte Gene hervorgerufen, sie wird somit also auch vererbt
  • eine Legasthenie wird den Betroffenen ein Leben lang begleiten – Symptome können unter einer konsequenten Therapie verbessert bzw. auf einem Level gehalten werden
  • es gibt 3 Schweregrade um eine Legasthenie einzuteilen – leichte, mittelschwere und schwere Legasthenie
  • außerdem unterscheidet man zwischen einer verbalen (bezieht sich auf das Lesen / Schreiben von Wörtern) und literalen Legasthenie (eine Schwerstform – da Betroffene sich einzelne Buchstaben nicht dauerhaft einprägen können)
 
Dyskalkulie:
  • beschreibt Schwierigkeiten der Kinder im Umgang mit Zahlen, Zahlenräumen und Grundrechenarten, welche auch hier auf differenten Sinneswahrnehmungen beruhen
 

Auffälligkeiten / Anzeichen, die im Vorschulalter auftreten könnten:

  • Kinder handeln schneller, als sie denken
  • ohne ersichtliche Gründe auffällig gute / schlechte Tage haben
  • später als normal anfangen zu sprechen oder eine undeutliche Aussprache haben
  • eigene Wörter erfinden
  • Farben nicht korrekt bezeichnen können
  • keine oder verkürzte Krabbelphase
  • später als normal gehen lernen
  • eine schlecht entwickelte Körperkoordination haben
  • mit feinmotorischen Fähigkeiten Schwierigkeiten haben (z.B. Schleife binden)
  • mit Messer, Gabel und Schere schlecht umgehen können
  • Hilfsschritte beim Treppensteigen einlegen
  • über den Rand hinaus malen
  • über Dinge fallen, die nicht da sind
  • sich Richtungen nicht merken können etc.

Dies sind nur einige Beispiele. Es sollte jedoch betont werden, dass dies nur ein erster Anhaltspunkt sein sollte. Es müssen immer mehrere Hinweise zutreffen, je mehr es sind desto wahrscheinlicher wird eine Vermutung in Richtung differenter Sinneswahrnehmungen / Legasthenie bestärkt.

 

Auffälligkeiten / Anzeichen, die im Verlauf der Schulzeit auftreten könnten:

  • leicht ablenkbar bei der Arbeit mit Symbolen (Buchstaben / Zahlen)
  • alles wahrnehmen (hören und sehen), was sich in seiner Umgebung abspielt
  • zeitweise verträumt und abwesend wirken
  • unleserliches Schriftbild, stockendes Lesen
  • verlangsamtes Schreiben, Lesen und / oder Rechnen
  • auffällig verkrampfte Körperhaltung beim Lesen / Schreiben
  • über das Verschwinden von Buchstaben klagen
  • ein Chaos bei den Schulsachen hat

Dies sind auch wieder nur einige von vielen Beispielen. Hier ist zu betonen, dass das legasthene Kind sich im Alltag mit Dingen, die nichts mit dem Lesen und Schreiben zu tun haben, lange auseinander setzen kann. D.h. es erscheint sehr wach und interessiert und kann sich beim Spielen über einen längeren Zeitraum voll und ganz auf die Sache konzentrieren.

 

Weiteres Vorgehen:

Sprechen sie uns an, falls sie sich nicht sicher sind, ob bei ihrem Kind eine LRS, Legasthenie oder Dyskalkulie vorliegt. Es sollte eine ausführliche Anamnese / Diagnostik durchgeführt werden. Anhand der Befunde sollten dann gemeinsam die Ziele formuliert werden und ein Therapieplan zur weiteren Förderung ihres Kindes wird aufgestellt. Wir diagnostizieren, fördern und trainieren nach der AFS-Methode (nach A. Kopp-Duller). Hier werden vorrangig die differenten Sinneswahrnehmungen trainiert, um im späteren Verlauf ein Symptomtraining (Schreiben, Lesen, Rechnen) zu starten.

 

Leistungen:

Das erste Beratungsgespräch ist kostenlos.
Die Kosten für eine Diagnostik und weitere Therapiestunden erfragen sie bitte telefonisch oder per Mail. Eine Therapie wird leider von den Krankenkassen noch nicht getragen, sie ist eine Selbstzahlerleistung. Eine Therapieeinheit bezieht sich immer auf 60 Minuten.



Sprechen sie uns an. Wird finden gemeinsam einen Weg ihr Kind zu fördern.